Time for Talents? Eine Untersuchung von Erfolgsfaktoren bei Musikcastingshows

Zusammenfassung

Musikcastingshows gehören seit 15 Jahren zu den nachgefragtesten Fernsehfor­maten und sind daher nicht nur für die beteiligten Fernsehsender von hohem In­teresse, sondern insbesondere auch für die beteiligten Musikkonzerne, die Mu­siktalente über solche Shows kostengünstig entdecken, aufbauen und promoten können. Das neue Format The Voice of Germany hat eine Debatte über Qualitätsunterschiede der Formate angestoßen. Aber nehmen die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer überhaupt Unterschiede zwischen den Formaten wahr? Und wel­che Faktoren bei der Rezeption sind für den Erfolg der Formate ausschlaggebend? Um diese Fragen zu beantworten, wurden 230 Personen aus der Zielgruppe von Musikcastingshows zu ihrer Rezeption der beiden erfolgreichsten Formate The Voice of Germany und Deutschland sucht den Superstar, online befragt. Verschiedene Faktoren, wie wahrgenommene Authentizität und Talent der Kan­didaten sowie die parasoziale Beziehung zwischen Zuschauern und den Akteu­ren sollen untersucht werden, um den Erfolg von Musikcastingshows in Form von Nutzung und Verkauf showeigener Produkte zu erklären. Die Ergebnisse zeigen u. a., dass Unterschiede in der Wahrnehmung bestehen und in diesem Fall The Voice of Germany durchweg authentischer wahrgenommen wird als das Format Deutschland sucht den Superstar, dass beide Formate aber durchaus erfolgreich darin sind, die Zuschauerinnen und Zuschauer umso mehr zum Kauf von Musikprodukten anzuregen, je öfter diese die Sendungen sehen. Der ent­scheidende Faktor für den Erfolg ist nach den vorliegenden Ergebnissen die Intensität der parasozialen Beziehung mit den Castingshowkandidaten.

Publikation
Jahrbuch Musikpsychologie

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